Antonov stehen schwierige Zeiten bevor

Antonov stehen schwierige Zeiten bevor

Dem ukrainischen Flugzeugbauer Antonov stehen finanziell schwere Zeiten bevor.

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Flugzeugbauer Antonov steht vor Herausforderungen

Der ukrainische Flugzeugbauer Antonov steht vor großen Herausforderungen: Mit dem Ende des Volga-Dnepr-Joint Ventures muss das Unternehmen künftig eigene Wege gehen. Dazu könnte aber das Geld nicht reichen, zumal Russland auch keine Ersatzteile für die bis zu 30 Jahre alten Flugzeuge liefern wird. Sind damit die Tage der gigantischen AN-225 gezählt?

So weit wird es hoffentlich nicht kommen – die Einnahmen durch die Transportflieger AN-124 jedoch könnten in den kommenden Jahren eklatant zurückgehen. Schon jetzt braucht der Hersteller 700 Millionen US-Dollar von der ukrainischen Regierung, um die neue AN-132 in Serienproduktion gehen zu lassen.

Flugzeugbauer Antonov steht vor Herausforderungen

Das Traditionsunternehmen blickt auf turbulente Monate zurück. Im Januar 2016 hat das Unternehmen offiziell aufgehört zu existieren und wurde in den staatlichen Rüstungsbetrieb Ukroboronprom integriert. Im Mai des Jahres folgte dann die Meldung, dass die Entwicklung des neuen Kurzstreckenflugzeugs AN-178 eingestellt worden wäre.

Das Unternehmen müsse seine Ressourcen auf die Produktion von Drohnen für die Armee der Ukraine fokussieren. Im Juli des Jahres folgte ein Paukenschlag: Die Ukraine habe mit China einen Lizenzvertrag zum Bau der riesigen AN-225 abgeschlossen. 30 Jahre nach ihrem Jungfernflug soll das einzige vorhandene Flugzeug bereits in wenigen Jahren chinesische Kopien erhalten.

Produktion der AN-132 scheitert an Kapitalmangel

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Die zweite, unvollendete Antonov AN-225

Der Vertrag beinhaltet jedoch eine Klausel – und diese fand in den deutschen Medien so gut wie keine Erwähnung – dass Antonov die zweite existierende Maschine komplettieren und in einem flugfähigen Zustand übergeben muss.

Davon ist der Rumpf weit entfernt, zumal Russland aufgrund der schwierigen Situation zwischen den beiden Ländern gewiss keine Bauteile liefern wird. Die gesamte Elektronik und alle Teile des Rumpfes stammen aus sowjetischer Produktion und lagern, so sie überhaupt noch vorhanden sind, in Russland.

Frachtgruppe Volga-Dnepr beendet Zusammenarbeit

Ein Paukenschlag kommt selten allein: Ende November 2016 erklärte die russische Frachtgruppe Volga-Dnepr die Zusammenarbeit mit Antonov für beendet. Die zehnjährige Zusammenarbeit unter der Marke Ruslan International fällt dem politischen Konflikt der beiden Länder zum Opfer.

Ruslan International betreibt heute so gut wie alle zivil genutzten Antonov AN-124. In Zukunft werden die 12 Maschinen von Volga-Dnepr und die 7 Flugzeuge von Antonov wieder alleine um Kunden kämpfen müssen. Das stellt Kunden wie die deutsche Bundeswehr vor neue Herausforderungen.

Ersatzteile für die Frachtflugzeuge werden knapp

Das russische Unternehmen erklärte laut AeroTelegraph weiter, dass auch die gewünschte Kooperation bei der Wartung und möglichen Weiterentwicklungen ein kompliziertes Unterfangen sei. Antonov sucht seit Jahren einen Partner zum Bau einer neuen Version der AN-124. Vergeblich.

Künftig könnte das Unternehmen vor ganz anderen Herausforderungen stehen: Es gibt zwar noch 6 Maschinen in der Ukraine, die zwecks Versorgung mit Ersatzteilen ausgeschlachtet werden können, doch dies wurde in den letzten Jahren bereits intensiv getan. Irgendwann werden dem ukrainischen Unternehmen schlicht die Teile ausgehen, um die Transportmaschinen weiter betreiben zu können.

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