Untergang des ukrainischen Schiffbaus

Untergang des ukrainischen Schiffbaus

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Der Untergang des ukrainischen Schiffbaus

Schiffbauer in der Ukraine mit Existenzängsten: Nach Angaben von Ukrsudprom sind aktuell rund 11.000 Arbeitnehmer im Schiffbau beschäftigt. Im Jahr 2010 waren es 45.000 Arbeitskräfte. Zudem erklärt Victor Lisitsky, Vorstandsmitglied von Ukrsudprom, dass derzeit nur acht bis zehn Prozent aller Kapazitäten der Branche genutzt werden würden.

Die Schiffbauindustrie würde aktuell nur 100 Millionen US-Dollar Umsatz pro Jahr erwirtschaften, was einem Bruchteil dessen darstellt, was die Schiffbauer im Land leisten könnten. 2010 hätte der Wirtschaftszweig noch bis zu 400 Millionen US-Dollar Umsatz generiert.

Der Untergang des ukrainischen Schiffbaus

Die Übersicht der in den Jahren 2014 und 2015 ausgelieferten Aufträge liest sich entsprechend: Trotz Konflikt im Osten des Landes und wirtschaftlichen Problemen wurden auf den Werften in Kherson in den letzten Monaten zwei Schlepper und zwei Kutter für militärische Zwecke fertiggestellt.

Das Unternehmen Nibulon Shipbuilding-Shiprepair hat zudem fünf neue Schlepper, drei Lastkräne und einen Schwimmkran hergestellt. Im gleichen Zeitraum haben die Werften 61 Communards, Okean Shipyard, Black Sea Shipyard und Kiliya Shipbuilding kein Schiff produziert.

Wenig Aufträge und zugleich hohe Kosten

Die Werft The Kherson Shipyard erklärte Mitte 2015, einen Auftrag in Höhe von 100 Millionen US-Dollar erhalten zu haben. Es ging um den Bau eines Ölskimmers, Auftraggeber waren die ukrainische Hafenbehörden.

Unmittelbar nach Baubeginn im Februar 2016 wurde der Auftrag mit der Begründung abgebrochen, dass Behörden vor Ort die Grundsteuer ohne Vorwarnung von 0,1 und 1 Prozent angehoben hätten. Da dies nicht in der Auftragskalkulation vorgesehen war, musste der Bau eingestellt werden – was zugleich das Ende der Werft bedeutete.

Alternativen durch ausländische Investoren

Ukrainische Banken geben Schiffbauern derzeit keine Kredite. Zudem müssen Werften Ausrüstung teuer im Ausland kaufen und Steuern auf den Import zahlen. Schiffbauer in der EU haben derartige Kosten nicht, was die Wettbewerbsfähigkeit der ukrainischen Werften weiter mindert.

Manche Unternehmen denken allerdings nicht ans Aufgeben: Werften in Kherson beispielsweise arbeiten mit Investoren aus der Türkei zusammen, um auf den nun brachliegenden Firmengeländen Holz zu modernen Brennmaterialien wie Holzchips zu verarbeiten.

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