Die Bürger der Ukraine sind enttäuscht

Die Bürger der Ukraine sind enttäuscht

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Ukraine Nachrichten
Enttäuschung bei den Ukrainern

Drei Jahre nach den Ereignissen auf dem Maidan in Kiew ist von Aufbruchstimmung wenig geblieben. Präsident Viktor Janukowytsch wurde zwar mitsamt Regierung aus Amt und Land gejagt, doch geändert hat sich kaum etwas: die Stimmung in der Ukraine ist schlecht.

Die Menschen haben auf einen besseren Lebensstandard und eine Annäherung an die EU gehofft – die Realität sieht anders aus. Zudem gilt bei vielen die Halbinsel Krim als verloren und auch der militärische Konflikt im Osten des Landes wird von der Bevölkerung als direkte Konsequenz des EuroMaidan gesehen.

Enttäuschung bei den Ukrainern

Mehr als 1,7 Millionen Menschen aus dem Osten sind Flüchtlinge im eigenen Land. Wer es sich leisten kann oder die Möglichkeiten des Studiums im Ausland hat, verlässt die Ukraine. Die KyivPost berichtet unter Berufung auf einer Umfrage des Sofiya Instituts, dass rund 80 Prozent der Bevölkerung der Meinung sind, dass sich der Lebensstandard seit dem EuroMaidan verschlechtert hat.

Die Befragten bezeichnen die steigenden Kosten für Grundnahrungsmittel und Gas, den Krieg im Donbass sowie geringe Gehälter und Löhne und die hohe Arbeitslosigkeit als größte Probleme des Landes an

Kein Vertrauen in die Regierung

Ukraine Nachrichten Maidan Kiew
Es brodelt mal wieder in der Ukraine

Bei den Protesten auf dem Maidan starben mehr als 100 Menschen. Bis heute wurden keine Täter genannt, keine Anklagen erhoben – auch dies plus die allgewärtige Korruption im Land führt zu einer massiven Unzufriedenheit in der Bevölkerung.

Gesundheitsvorsorge, Ausbildung, Rechtsprechung und Sicherheit sind Parameter, an denen die Menschen ermessen, ob und wie sich die Regierung um sie kümmert, meint Andrey Jermolayev von New Ukraine Strategic Research. In der Ukraine seien alle vier Parameter unterentwickelt.

Die Furcht vor dem dritten Maidan

Andrey Jermolayev befürchtet neue Unruhen – vielleicht sogar einen dritten Maidan. Laut New Ukraine Strategic Research sollen mehr als 60 Prozent aller befragten Ukrainer angegeben haben, als Zeichen gegen die permanent steigenden Preise auf die Straße zu gehen.

„Die Bevölkerung im Land hat die Hoffnung auf Veränderungen verloren. Demonstrationen sind zwar möglich, doch die Sorge, dass diese wieder nur zu einem fehlgeschlagenen Maidan führen, ist groß,“ sagt Jermolayev. Die Menschen in der Ukraine hätten resigniert.

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1 KOMMENTAR

  1. Die Süddeutsche Zeitung veröffentlicht zu diesem Thema folgenden Artikel:

    20. November 2016, 18:51 Uhr
    Ukraine
    Die Kritik aus der Zivilgesellschaft ist groß (Seite 2 von 2)
    sueddeutsche.de/wirtschaft/ukraine-korruption-und-widerstand-1.3257743-2

    Meine Meinung hierzu:

    Wenn Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Staat mit mangelnder bzw. fehlender Empathie gegenüber Mitmenschen und verantwortunglos gegenüber dem Gemeinwohl agieren, wird Leid und Not verursacht, das eigentlich vermeidbar gewesen wäre. Die Ukraine erwartet zwar Visafreiheit innerhalb der Europäischen Union (EU), doch garantiert die Ukraine als Vertragsstaat der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grunfreiheiten (EMRK) jedem Bürger diese Rechte? Solange es dort beispielsweise hungernde, frierende und vom Leben in der Gemeinschaft ausgeschlossene Menschen gibt, ist diese Frage mit einem klaren „NEIN“ zu beantworten.

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