Geschichte der ukrainischen Währung

Geschichte der ukrainischen Währung

Die Geschichte der ukrainische Währung Hrywnja - Wissen über die Ukraine.

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Geschichte der ukrainischen Währung Hrywnja

Die ukrainische Währung hört auf den Namen Hrywnja, teilweise auch als Griwna bezeichnet. Seit der Währungsreform im September 1996 ist sie die offizielle Währung des Landes. Der ISO-Code lautet UAH, der 100. Teil wird als Kopijka bezeichnet. Das ist bekannt, auch das in der ehemaligen Sowjetrepublik der US-Dollar als Schattenwährung beliebt ist.

Nur wenige jedoch kennen die Geschichte des Hrywnja, die bis auf die Zeit des Kiewer Rus zurückreicht. Damit hat die Währung des Landes eine ebenso spannende Geschichte wie die blau-gelbe Flagge, auf die Ukraine-Nachrichten.com am morgigen Mittwoch eingehen wird.

Geschichte des ukrainischen Hrywnja

Bereits im Kiewer Rus gab es unter der Bezeichnung Hrywnja eine Geldeinheit, die laut der Wikipedia knapp einem Pfund Silber (400 g) entsprach. Als „Kiewer Rus“ wird ein mittelalterliches Großreich bezeichnet, das im 10. Jahrhundert seine Blütezeit hatte.

Die Währung der Ukraine kann somit auf eine tausendjährige Geschichte zurückblicken. Es gibt Theorien, die besagen, dass der Begriff „Hrywnja“ von Schmuckstücken aus Gold oder Silber abstammt, die damals um den Hals getragen wurden. Forscher wollen zudem wissen, dass es auch kleinere Währungseinheiten gab.

Die Währung aus dem 10. Jahrhundert

Diese wurden als Nogata (Bär oder Wolf), Kuna (Zobel oder Nerz) und Wekscha (Eichhörnchen) bezeichnet. Damit galt die folgende Umrechnung: 1 Hrywnja = 20 Nogata = 25 Kuba = 100 Wekscha. Im 11. Jahrhundert soll das Griwna zudem als Maßeinheit verwendet worden sein.

Laut Aufzeichnungen aus dem 12. Jahrhundert entsprach eine Silbergriwna einem Gewicht von etwa 204 Gramm. Später war Hrywnja dann eine Bezeichnung für Kupfermünzen und Silbermünzen. Diese traditionellen Benennungen galten bis in sowjetische Zeiten.

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Die Geschichte des Griwna und Hrywnja – Foto: GNU

Die Oktoberrevolution führte zu zahlreichen Veränderungen, von denen auch der Griwna nicht verschont blieb. Als historisch bedeutsam muss die Gründung der Ukrainischen Volksrepublik auf bis dahin russischen Gebiet angesehen werden. Ihre erste Währung lautete auf den Namen Karbowanez.

Kurze Zeit später erfolgte der Zusammenschluss mit der auf ehemals Habsburgergebiet entstandenen Westukrainischen Volksrepublik am 22. Januar 1918. Rund 45 Tage später beschloss der Zentralrat die Einführung eines neuen Währungseinheit: die Hrywnja.

Neue Währung zu Zeiten der Sowjetunion

Die neuen Geldscheine wurden im Laufe des Jahres 1918 in Berlin gedruckt. Parallel existierte der Karbowanez weiter. Nach dem Anschluss an die Sowjetunion gab es zwischen 1922 und 1924 Währungsreformen, die zuerst den sowjetischen Tscherwonez, denn den sowjetischen Karbowanez und später dann den Rubel einführten.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Gründung des neuen ukrainischen Staates 1991 wurde eine Übergangswährung eingeführt, die jedoch schnell an einer Hyperinflation zu leiden hatte.

Ukraine: Währungsreform im August 1996

Der ukrainische Präsident Leonid Kutschma verkündete per Erlass am 25. August 1996 eine Währungsreform. Eine neue Währung unter der alten Bezeichnung „Hrywnja“ wurde im September 1996 auf den Markt gebracht und war in den ersten Jahren relativ kurstabil. Der durchschnittliche Kurs für einen Euro betrug im Jahr 2000 etwa 5,01 Hrywnja.

Zwischen Oktober und Dezember 2008 verschlechterte sich der Kurs dann von rund 6,5 auf 11 Hrywnja für einen Euro. Im Zusammenhang mit der Krise in der Ukraine im ersten Halbjahr 2014 kam es zu einem eklatanten Kursverfall der Währung. Gegenwärtig liegt der Wechselkurs Hrywnja zu Euro bei etwa 29,06:1.

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