ESC: TV-Chef der Ukraine tritt zurück

ESC: TV-Chef der Ukraine tritt zurück

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Ukraine Nachrichten ESC Jamala
Chef des ukrainischen Staatsfernsehens erklärt seinen Rücktritt

Surab Alassanija sollte als Chef des ukrainischen Staatsfernsehens einen Sender nach dem Vorbild der ARD und BBC aufbauen. Nun tritt er zurück, da der Eurovision Song Contest (ESC) ein Drittel des Staatsfernsehbudgets aufzehren würde. Nach Abzug der Kosten für das Großereignis bleibe zu wenig Geld für andere Projekte, erklärte er laut der Frankfurter Allgemeine am Dienstag. „Regierung, meinst du das ernst?“, fragte der 51-jährige in seiner Rücktrittserklärung. Zuvor hatte die Regierung in Kiev 16 der insgesamt 43 Millionen Euro des Sonderbudgets für den ESC reserviert.

Chef des ukrainischen Staatsfernsehens erklärt Rücktritt

Die Stadt Kiew hatte weitere 7,1 Millionen Euro für die Infrastruktur zugesagt. Der Bürgermeister der Hauptstadt Vitali Klitschko drängt das Kabinett, zeitnah einen Nachfolger zu finden. „Die Situation ist ernst“, meint der ehemalige Boxweltmeister, da die Fernsehanstalt einen Großteil der Vorbereitungen für den Eurovision Song Contest 2017 übernehme. Die Ukraine ist bereits zum zweiten Mal Veranstalter des internationalen Musik- und TV-Ereignisses. Das Austragungsrecht ging nach dem Sieg der Sängerin Jamala in Stockholm abermals nach Kiew.

Modernes Fernsehen nach dem Vorbild der ARD

Der Journalist und Medienfachmann Surab Alassanija war nach dem Machtwechsel 2014 zum Generaldirektor des Staatsfernsehens ernannt worden. Seine maßgebliche Aufgabe bestand in dem Aufbau eines öffentlich-rechtlichen Fernsehens nach dem Vorbild von ARD und BBC. Dabei erhielt er unter anderen Unterstützung von der Deutschen Welle. In der Ukraine dominieren aktuell Privatsender mit Verbindungen zu Oligarchen und Politik den TV-Markt. Unabhängige Informationen gibt es daher kaum, und auch der Präsident wird laut einer Untersuchung der Ukrajinska Prawda eher als zeremonielle Figur denn als Politiker vorgestellt.

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