ESC: Ukraine antwortet auf EBU-Drohung

ESC: Ukraine antwortet auf EBU-Drohung

Ukraine antwortet auf EBU-Drohung und verbittet sich Einmischung in innere Angelegenheiten.

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Ukraine Nachrichten Eurovision Song Contest 2017
Ukraine reagiert auf EBU-Drohung

Die Ukraine hat auf die Drohungen der Europäischen Rundfunkunion geantwortet. Der Aufsichtsrat der Nationalen öffentlichen Fernseh- und Hörfunkgesellschaft der Ukraine (NSTU) weist die Forderungen zurück und verlangt, die Souveränität der Ukraine zu respektieren.

Das Tauziehen um den Auftritt der russischen Sängerin Yulia Samoilova bei dem Eurovision Song Contest 2017 in der ukrainischen Hauptstadt Kiew geht in die nächste Runde.

Nachdem die Europäischen Rundfunktion EBU durch ihre Direktorin Ingrid Deltenre schriftliche Drohungen nach Kiew geschickt hatte, nach denen das osteuropäische Land von zukünftigen Veranstaltungen ausgeschlossen werden könnte, wenn das Auftrittsverbot für Samoilova bestehen bleibt, erfolgte gestern die Antwort aus der Ukraine.

Streit um Auftritt Yulia Samoilovas

Der Drohung stößt in der Ukraine auf Unverständnis. Yulia Samoilova habe gegen ukrainische Gesetze und „die Souveränität“ des Landes verstoßen, indem sie die von Russland annektierte Halbinsel Krim ohne Erlaubnis der Ukraine aufgesucht habe.

Ukraine Nachrichten Eurovision Song Contest 2017 ESC Julia Samoilowa
Julia Samoilowa, die ESC-Kanidatin Russlands – Foto: APP

Dies wäre bewiesen und könne daher nicht geleugnet werden. Der NSTU-Aufsichtsrat teile die Auffassung der EBU, dass der diesjährige Eurovision Song Contest als politisches Werkzeug in dem derzeitigen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine benutzt werde.

Ukraine verbittet sich Einmischung

Man sei jedoch erstaunt, dass die Generaldirektorin „frustriert und wütend“ über die Handlungen der Ukraine sei, da ja Russland mit der Wahl von Samoilova für den Eklat gesorgt habe. Das stehe im Gegensatz zu den Behauptungen von Ingrid Deltenre, wonach der Eurovision nicht politisch sei. Deltnere ergreife durch ihre Drohungen praktisch Partie für Russland.

Zudem könne die Forderungen, das von dem Sicherheitsdienst der Ukraine verhängte Einreiseverbot abzuschaffen, also eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes bewertet werden. Auch sollten Drohungen bezüglich eines Ausschlusses der Ukraine vom ESC künftig vermieden werden.


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Frage: Soll Yulia Samoilova auftreten dürfen oder nicht?

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1 KOMMENTAR

  1. Die Ukraine hat richtig gehandelt, ich sagte es schon an anderer Stelle.

    Besonders „lustig“ in dem Zusammenhang ist, dass es einige weniger gut informierte Russentrolle gibt, die die Russland-freundliche EBU ganz ernsthaft der Komplizenschaft mit dem ukrainischen „Nazi-Regime“ bezichtigen, nachdem die EBU weder die Teilnahme der Russin Samoilova durchgesetzt hat (als ob ein Poroschenko vor einer Deltenre einknicken würde), noch den ESC ganz schnell von Kiew nach Berlin verlegt hat, womit Deltenre ja sehr vollmundig gedroht hat. Ob die Bundesrepublik Deutschland ein solches Theater überhaupt mitgemacht hätte? Ob sie unter diesen irren Umständen wohl hätte Gastgeber sein wollen? Wohl kaum.

    Jedenfalls haben die EBU und die Russentrolle eines gemeinsam: Einen gewaltigen Sockenschuss.

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