Eurovision: TV-Auftritt ist keine Lösung

Eurovision: TV-Auftritt ist keine Lösung

Eurovision Song Contest 2017 - Schlachtfeld zwischen Ukraine und Russland.

144
0
Ukraine Nachrichten Eurovision Song Contest 2017 ESC Yulia Samoilova
Eurovision: Schlachtfeld zwischen Russland und der Ukraine

Die Ukraine lässt die russische ESC-Teilnehmerin Yulia Samoilova nicht einreisen, was einem Auftrittsverbot gleichkommt. Die Europäische Rundfunkunion wollte in dem Streit zwischen der Ukraine und Russland vermitteln und bot einen Auftritt per Satelliten-Übertragung an. Ein Vorschlag, der weder von der Ukraine noch von Russland akzeptiert wird.

Der 62. Eurovision Song Contest steht unter dem Motto „Vielfalt feiern“. Hübsche Worte, die jedoch angesichts des Tauziehens um den Auftritt der russischen Sängerin Yulia Samoilova einen schalen Geschmack hinterlassen.

Die Ukraine hatte am Mittwoch offiziell bestätigt, dass man die russische ESC-Teilnehmerin Samoilova nicht einreisen lassen werde. Die an den Rollstuhl gefesselte Künstlerin sei im Jahr 2015 in der Stadt Kertsch auf der Halbinsel Krim aufgetreten und habe damit gegen Gesetze der Ukraine verstoßen.

EBU: Yulia Samoilova-Auftitt per Satellit

Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hatte sich in den Fall eingeschaltet und erklärt, dass sich die Sängerin zudem in sozialen Netzen abfällig über die Ukraine und die aktuelle Regierung in Kiew geäußert habe. Das Auftrittsverbot kam somit nicht weiter überraschend.

Ukrainische Medien sind der Meinung, das Moskau den Eklat bewusst provoziert habe, wohl wissend, dass der Ukraine bei einem Einreiseverbot einer im Rollstuhl sitzenden ESC-Teilnehmerin durchaus einige Sympathien abhanden kommen können.

Europäische Rundfunkunion sucht Lösung

Ukraine Nachrichten Eurovision Song Contest 2017 ESC Julia Samoilowa
Julia Samoilowa, die ESC-Kanidatin Russlands – Foto: APP

Die Europäische Rundfunkunion als Veranstalter des Eurovision wollte vermitteln und bot durch ihren Leiter Jon Olaf Sand gestern an, dass die russische Sängerin alternativ per Satellitenübertragung teilnehmen könne.

„Wir setzen unsere Gespräche mit den ukrainischen Behörden fort und haben uns zum Ziel gesetzt, dass alle Künstler in Kiew auftreten werden. Es sei von großer Bedeutung, das musikalische Großereignis frei von jeglicher Politik zu halten“, ergänzte Jon Olaf Sand. Die Reaktionen aus Kiew und Moskau erfolgten prompt.

Die Ukraine und auch Russland lehnen ab

Der stellvertretende Premierminister der Ukraine, Viacheslav Kyrylenko, erklärte laut UNIAN in einer Stellungnahme, dass sogar ein Fernsehauftritt von Yulia Samoilova in seinem Land gegen die ukrainischen Gesetze verstoßen würde.

Damit nicht genug – auch der russische Channel One lehnte das Angebot der Europäische Rundfunkunion ab. Die EBU habe dafür zu sorgen, dass die Teilnehmer aller Länder in Kiew auftreten können. Eine Teilnahme per Satellit käme daher überhaupt nicht infrage.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Fragen oder ergänzende Meinungen zu dem Thema? Dann freuen wir uns auf konstruktive Kommentare. Informationen zu der Kommentarfunktion auf Ukraine Nachrichten können in der Netiquette nachgelesen werden.

Das Thema „Ukraine“ polarisiert - wir bitte daher die Hinweise und Regeln zu beachten.