Facebook: Es musste schnell gehen

Facebook: Es musste schnell gehen

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Ukraine Nachrichten
Donald Trump und Reaktionen auf Wahlsieg

Die Reaktionen auf den Wahlsieg von Donald Trump fallen unterschiedlich aus. In einem scheint sich die deutsche Presse jedoch einig: Es herrscht Unsicherheit. „Politische Klugheit verlangt, dass man beim Kampf für das Gute die richtigen Mittel anwendet“, meinte vor Jahren Frank-Walter Steinmeier.

Starke Worte, denen gestern wenig Gehör geschenkt wurde, meint Herausgeber Boris Raczynski. Zwei Politiker standen zur Wahl, nur einer konnte gewinnen. Die Glaskugeln hatten Unrecht, das Rennen machte der Underdog. Was folgte, war teilweise wenig klug – und zeugt von mangelnder Vorbereitung.

Überraschung: Der Underdog gewinnt

Ursula von der Leyen zum Beispiel, ehemalige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und derzeit die deutsche Verteidigungsministerin, wollte gleich nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse die künftigen Beziehungen zu Donald Trump in Worte kleiden.

Sie sei „schwer schockiert.“ Dem 45. US-Präsidenten werden solcherart Schnellschüsse vermutlich herzlich egal sein – ob es sich für eine deutsche Spitzenpolitikerin gehört, so etwas unbedacht zu äußern, steht auf einem anderen Blatt.

Von der Leyen hatte etwas zu sagen

Ihre Kollegen ist Osteuropa sind da von einem ganz anderen Kaliber. Der russische Präsident Wladimir Putin zum Beispiel drückte termingerecht auf die Taste und übersendete Donald Trump als einer der ersten Staatschefs Glückwünsche. Ein Bär ist halt ein schlaues Tier und stets auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Eigentlich steht der Vorname von Präsident Putin ja für „Wolf“, und wirklich, es gibt wohl durchaus vergleichbare Charakterzüge. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko gab sich nicht weniger geschickt: Er verwendete die merkelsche Strategie des Abwartens und schickte erst gegen Mittag Glückwünsche.

Putin und Poroschenko sind kluge Männer

Gute Worte wollen halt bedacht gewählt werden. Zeitgleich wurde es in der Ukraine vielerorts hektisch. Politiker, Offizielle und viele, die es gerne sein möchten, eilten zu ihren Computern und überprüften kritisch die eigenen Facebook-Accounts.

Das war bitter nötig, da sie Donald Trump wochenlang mit Spott und Beleidigungen überzogen hatten. Der Ausgang der US-Wahl kam unerwartet, die große Facebook-Säuberung folgte. Laut Meldungen in der ukrainischen Presse wurden Dutzende von Postings in Windeseile entfernt.

Ukraine: Eilige Löschaktionen auf Facebook

Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow löschte blitzschnell einen Eintrag, in dem er Trump als „kranken und gefährlichen Marginal“ bezeichnet hatte. Solcherart Äußerungen könnten in den USA künftig auf wenig Verständnis stoßen, also lieber löschen. Oder doch nicht?

Nachdem sich Journalisten und Blogger in der Ukraine spöttisch über die Hektik des Innenministers äußerten, war der Facebook-Eintrag plötzlich wieder da. So viel Hohn konnte der Minister dann wohl doch nicht auf sich sitzen lassen.

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