Fakten zur Landwirtschaft in der Ukraine

Fakten zur Landwirtschaft in der Ukraine

Wissenswerte Fakten und Zahlen zum Thema Landwirtschaft in der Ukraine.

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Fakten zur Landwirtschaft in der Ukraine

Die Ukraine galt als Kornkammer der Sowjetunion. Auch heute, rund 25 Jahre nach der Unabhängigkeit, ist die Landwirtschaft neben Gas, Öl und der Metallproduktion ein entscheidender Faktor der Wirtschaftsleistung des Landes. Grund genug, einige Faktionen und Informationen vorzustellen.

Vor rund 100 Jahren galt das Land als einer der massgeblichen Produzenten landwirtschaftlicher Produkte in Europa. Zum russischen Reich gehörend, befanden sich etwa die Hälfte einer Getreideanbaugebiete in der Ukraine. Im Jahre 1908 produzierte das Land rund 13 Millionen Tonnen Weizen und Gerste. 2015 waren es 35,1 Millionen Tonnen.

Fakten zur Landwirtschaft in der Ukraine

Der Anbau von Mais spielte vor 100 Jahren nur eine vergleichsweise untergeordnete Rolle. Die Jahresproduktion lag bei 3,3 Millionen Tonnen, 2015 waren 23,2 Millionen Tonnen. Zudem war die Ukraine in der Vergangenheit ein bedeutender Produzent von Tabak, Zucker, Salz, Anthrazit, Stahl und Erdöl.

Wäre das Land bereits im Jahr 1914 unabhängig geworden, dann hätte es jährliche Einnahmen aus der Wirtschaft von umgerechnet 90 Millionen US-Dollar gehabt. Inflationsbereinigt entspricht dies heute rund neun Milliarden US-Dollar. Für damalige Verhältnisse ein Vermögen. Der Bau der Titanic hat zum Beispiel inflationsbereinigt etwa 180 Millionen US-Dollar gekostet.

Richtig reich könnte sie sein, die Ukraine

Rund 15.000 Kolchosen gab es vor 50 Jahren in der Ukraine. Heute sind es 40.000 landwirtschaftliche Betriebe, auf denen jeder fünfte Ukrainer tätig ist. Das Land ist derzeit der weltweit größte Produzent und Exporteur von Sonnenblumenöl. 2015 wurden 3,3 Millionen Tonnen exportiert.

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Die Ex-Sowjetrepublik spielt bei Mais in der ersten Liga

Zudem produzieren die Farmen etwa 11,2 Millionen Tonnen Sonnenblumenkerne, was etwa einem Drittel der weltweiten Produktion entspricht. Bei Getreideproduktion rangiert die Ukraine auf Platz 2 der weltweiten Hersteller. Rund 50 Prozent des landwirtschaftlich genutzten Bodens besteht aus Schwarzerde.

Landwirtschaft noch mit enormen Reserven

Die Ukraine hat dabei noch enorme Reserven: Aufgrund veralteter Technik, schlechter Infrastrukturen und mangelnder finanzieller Unterstützung wird der Boden lange nicht so intensiv genutzt wie in Westeuropa. Fachleute vertreten die Auffassung, dass das Land seine Produktion ohne weiteres um bis zu 30 Prozent steigern könne.

Zudem ist die Landwirtschaft einseitig auf den Getreideanbau spezialisiert. Die Produktion von Fleisch kommt dabei zu kurz. So kurz, dass die Ukraine sogar Schweinefleisch importieren muss. Hühnerfarmen gibt es allerdings reichlich – ein Bereich, der sich in den kommenden Jahren zu einem erfolgreichen Exportgeschäft entwickeln wird.

Export boomt – EU aber mit Startproblemen

Im Allgemeinen produziert das Land wesentlich mehr Getreide, als es selber benötigt. Rund 50 Prozent der jährlich produzierten Getreidemenge kann daher ins Ausland verkauft werden. 174 Staaten importieren landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Ukraine.

Alleine im Jahr 2015 sind 28 neue Länder hinzugekommen. Die Regierung in Kiew arbeitet zurzeit an weiteren Partnerschaften mit EU-Ländern. Der Import der eigenen Produkte in die EU ist im letzten Jahr um etwa 13 Prozent zurückgegangen. Einzig Trockenmilch konnte sich bisher erfolgreich auf dem EU-Markt durchsetzen.

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