Korruptionsskandal erschüttert Ukraine

Korruptionsskandal erschüttert Ukraine

Ukraine hat neuen Korruptionsskandal. Chef der Steuerbehörde unter Verdacht.

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Ukraine Nachrichten Roman Nasirow
Neuer Korruptionsskandal in der Ukraine

Die Ukraine hat ihren nächsten Korruptionsskandal. In der ehemaligen Sowjetrepublik sind Fälle von Korruption leitender Beamte zwar an der Tagesordnung, doch dieses Mal hat es einen ganz besonderen Herren erwischt – Roman Nasirow, den Chef der staatlichen Steuerbehörde.

Wie der österreichische Standard unter Berufung auf Reuters berichtet, wurde der Steuerchef des Landes mit einem angeblichen Herzanfall in eine Klinik in Kiew eingeliefert. Das sorgte für allerhand Spekulationen, zumal Roman Nasirow ein Mann in jungen Jahren ist und sich auch sonst bester Gesundheit erfreut.

Chef der Steuerbehörde unter Verdacht

Nur wenige Stunden später wurde bekannt, dass der Chef der ukrainischen Steuerbehörde wegen einer vermuteten Unterschlagung von Millionenbeträgen verhaftet werden sollte. Fernsehbilder zeigten, wie der reglose Beamte in einen Krankenwagen gehievt wurde.

Angaben darüber, ob tatsächlich ein Infarkt vorliegt, wurde bisher nicht veröffentlicht. Laut dem Leiter der Staatsanwaltschaft, Nazar Cholodnyzkyi, soll Roman Nasirow 75 Millionen US-Dollar veruntreut haben. Dabei soll er mit dem Milliardär Oleksandr Onyschtschenko zusammengearbeitet haben.

Der mögliche Infarkt kam wie gerufen

Dieser habe den ukrainischen Staat bei einem Gasgeschäft betrogen und dem Chef der Steuerbehörden als Dank den entsprechenden Betrag ausgezahlt. Oleksandr Onyschtschenko floh bereits im Jahr 2016 aus der Ukraine und beantragte politischen Asyl in Großbritannien.

Ukraine Nachrichten Roman Nasirow
Trotz „Infarkt“ Tage später vor Gericht

Als Folge der laufenden Ermittlungen ist der Chef der Steuerbehörden auf Zeit von allen Seiten Ämtern entbunden, teilte Premierminister Volodymyr Groysman mit. Die Staatsanwaltschaft bezweifelt, dass der unerwartete Krankenhausaufenthalt Nasirow gesundheitliche Ursachen hat.

Temporär von allen Ämtern enthoben

Nazar Cholodnyzkyi vermutet offenkundigere Gründe und sieht eine „historische Tradition“ bei spontanen Erkrankungen ukrainischer Spitzenpolitiker und Beamte. In diesem Zusammenhang erinnerte er an den Fall eines ehemaligen Verkehrsministers, der sich im Jahr 2008 ebenfalls ins Krankenhaus einliefern ließ, als er wegen einer Korruptionsaffäre verhaftet werden sollte.

Der Leiter der Staatsanwaltschaft in dem Bereich Korruption ist allerdings auch kein unbeschriebenes Blatt. Cholodnyzkyi war in jüngster Vergangenheit mehrfach wegen zweifelhaften Praktiken in die Schlagzeilen geraten.

Ein Krankenhausaufenthalt als Taktik

So wurde ihm vor rund zwei Wochen vorgeworfen, Kriminalfälle des 2014 gegründeten Nationalen Antikorruptionsbüros gezielt zu behindern – möglicherweise auf direkte Anweisung von Präsident Petro Poroschenko. Sowohl der Präsident des Landes als auch Cholodnyzkyi wiesen die Behauptungen zurück und machten mangelhafte Beweise und gesetzliche Mängel für die Verschleppung der Prozesse verantwortlich.

Die Ukraine hat auch Jahre nach dem Euromaidan mit der Korruption zu kämpfen. Die Hemmschwelle, Schmiergeld anzunehmen, ist in allen Schichten der Gesellschaft so gut wie nicht vorhanden.

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