Nadija Sawtschenko zurück in Moskau

Nadija Sawtschenko zurück in Moskau

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Nadija Sawtschenko Ukraine Nachrichten
Nadija Sawtschenko im Frühjahr 2016 in russischer Gefangenschaft

Im Mai 2016 war Nadija Sawtschenko aus russischer Gefangenschaft entlassen wurden. Die ehemalige Kampfpilotin ist jetzt zurück in Moskau. In ihrer Heimat trifft das auf wenig Verständnis. Fast zwei Jahre saß die ehemalige Pilotin Nadija Sawtschenko in Russland im Gefängnis.

Ende Mai wurde sie schließlich gegen zwei russische Soldaten ausgetauscht und kehrte in ihre Heimat zurück. Ihr Schicksal erregte Aufsehen, da sie per Hungerstreik für die Freilassung kämpfte. In der Ukraine galt sie als Symbol des Widerstand gegen Russland. Wenige Monate sind erst vergangen – nun ist die heutige Politikerin wieder in Moskau.

Nadija Sawtschenko als Prozessbeobachterin in Moskau

Die ukrainische Parlamentsabgeordnete ist als Prozessbeobachterin nach Russland gereist. Vor dem Obersten Gerichtshof in Moskau verfolgt sie ein Berufungsverfahren gegen zwei ukrainische Nationalisten. Nadija Sawtschenko gilt als kremlfeindlich, steht jedoch in ihrer Heimat aufgrund gemäßigter Aussagen zu dem Thema Donbass in der Kritik.

Abgeordnete in Kiew sind der Überzeugung, dass sie sich von Moskau instrumentalisieren lasse. Zahlreiche Mitglieder der Obersten Rada der Ukraine habe ein Einreiseverbot nach Russland. Der Abgeordnete Borislaw Berjosa findet die Ausnahme für die ehemalige Pilotin daher auffällig.

Ausnahme für Sawtschenko sorgt für Misstrauen

Sawtschenkos Anwalt Nikolai Polosow kommentierte die Reise seiner Mandantin: „Formal gesehen ist sie ein völlig freier Mensch.“ Ihre Anwesenheit habe keinerlei Auswirkungen auf den Prozess, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Zudem sei es ihm nicht bekannt, dass es Gespräche über einen möglichen Austausch der Inhaftierten gegen in der Ukraine gefangene Russen gebe.

Sawtschenko selbst sprach in einer Verhandlungspause mit den beiden Angeklagten Nikolai Karpjuk und Stanislaw Klych, habe sich jedoch öffentlich nicht zu dem Prozess geäußert. Den beiden Inhaftierten wird vorgeworfen, in den Neunzigerjahren als Mitglieder der Nationalistengruppe UNA-UNSO gegen russische Truppen gekämpft zu haben.

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