Polen erklärt Propaganda Absage

Polen erklärt Propaganda Absage

Keinerlei Übersteigerung nationalistischer Tendenzen in der Ukraine.

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Ukraine Nachrichten Nationalismus Witold Waszczykowski
Witold Waszczykowski setzt sich für Versöhnung ein

Der polnische Außenminister Witold Waszczykowski kann keine Steigerung nationalistischer Tendenzen in der Ukraine feststellen. Damit erteilt der Diplomat der russischen Propaganda eine klare Absage, die das Schreckgespenst von ultra-konservativen Kräften in der Westukraine gerne durch die Medien treibt.

Laut dem ukrainischem Nachrichtenportal UNIAN sagte Waszczykowski gegenüber dem russischen Kommersant: „Ich kann dem so nicht zustimmen. Einer meiner Mitarbeiter hat vor wenigen Tagen Lwiw besucht und vor Ort keinerlei Informationen über eine Zunahme nationalistischer Strömungen erhalten. Der Konflikt im Osten schürt selbstverständlich antirussische Emotionen, eine Übersteigerung kann jedoch nicht festgestellt werden.“

„Keine Übersteigerung nationalistischer Tendenzen“

Dies gelte ebenso für vermeintliche antipolnische Tendenzen. Die Ukraine befinde sich zurzeit auf dem Weg einer Selbstfindung, was eine historische Identität einschließt. Patriotismus sei daher verständlich, sollte jedoch nicht auf „Personen wie zum Beispiel Shukhevych“ beruhen. Dies könnte die pro-europäischen Ambitionen des Landes gefährden.

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Witold Waszczykowski, Außenminister von Polen – Foto: APP

Der Diplomat ergänzte, dass es in der Geschichte der Ukraine und Polens zahlreiche Persönlichkeiten gebe, die „gute Dinge“ vollbracht hätten. Seine in der Vergangenheit getätigte Aussage „Die Ukraine wird mit Bandera nicht der EU beitreten“ will der polnische Außenminister direkt mit der Regierung in Kiew diskutieren.

Polen wünscht Versöhnung mit Ukrainern

„Ich hoffe weiter auf die Gelegenheit, dieses Thema mit den Ukrainern besprechen zu können. Wir haben in unserer Geschichte bereits Erfahrungen bei der Versöhnung mit Deutschland sammeln dürfen. Derzeit warten wir auf eine Antwort aus der Ukraine. Gleichzeitig gilt es festzuhalten, dass die polnische Bevölkerung zwar um die Problematik weiß, diese aber nicht als kritisch einschätzt.“

„Wir werden das Massaker von Volyn nicht vergessen und nehmen auch zur Kenntnis, dass die UPA von einigen Menschen in der Ukraine glorifiziert wird, was aber nicht bedeutet, dass wir eine unabhängige und souveräne Ukraine nicht für wichtig für die Sicherheit in Europa halten. Wir sind daher nach wie vor bereit, die Ukraine bestmöglich zu unterstützen“, erklärte Witold Waszczykowski.

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