Polen lockt ukrainische Arbeitskräfte

Polen lockt ukrainische Arbeitskräfte

Polen lockt Arbeitskräfte aus der Ukraine mit Löhnen und Aufenthaltstitel an.

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Polen lockt ukrainische Arbeitnehmer

Polen braucht dringend Arbeitskräfte aus der Ukraine. Daher will das EU-Land mit hohen Löhnen locken und zugleich bürokratische Hürden aus dem Weg räumen. Zudem soll es zwei neue Formen von Arbeitserlaubnissen sowie Möglichkeiten geben, die polnische Staatsangehörigkeit anzunehmen.

Polen öffnet Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer aus der Ukraine. Laut dem Branchenmagazin BusinessInsider haben ab dem Jahr 2004 rund 2,4 Millionen Polen ihre Heimat verlassen, um im Ausland gut bezahlte Jobs zu finden.

Alleine in Westeuropa sollen nach offiziellen Angaben etwa 2,1 Millionen Polen neue Arbeitsplätze gefunden haben. Ein Verlust an Arbeitskraft, den das Land jetzt mit Arbeitskräften aus der Ukraine ausgleichen will.

Ukrainer können sich leicht integrieren

Ukrainer sind nicht nur aufgrund der gemeinsamen Grenze im Fokus der Anstrengungen, Überschneidungen in puncto Kultur, Tradition und Sprache vereinfachen überdies die Integration.

Arbeitsministerin Elżbieta Rafalska hat laut einem Bericht des ukrainischen Portals Segodnya angekündigt, das Polen weitere Schritte unternehmen werde, Arbeitskraft aus osteuropäischen Staaten anzulocken. So sollen bürokratischen Hürden beseitigt und die Integration gefördert werden.

Beseitigung von bürokratischen Hürden

In den kommenden Monaten werden neue Vergütungsvorschriften in Kraft treten. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Gastarbeiter den gleichen Lohn wie polnische Arbeitskräfte erhalten werden. Zudem sollen zwei neue Arbeitsgenehmigungen eingeführt werden: Saisonarbeiter können wahlweise einen Aufenthalt von 6 oder 9 Monaten pro Jahr beantragen.

Bevölkerungszahl der Ukraine
Bevölkerungszahl der Ukraine – Quelle: Ukraine-Nachrichten

In Polen sollen bereits bis zu 900.000 Ukrainer ihrem Beruf nachgehen. Zusätzlich reisen jährlich bis zu 550.000 Menschen aus der Ukraine als Saisonarbeiter in das Nachbarland.

900.000 Ukrainer sind im Nachbarland

Damit nicht genug: Die polnische Regierung verfolgt Pläne, die Jugend der Ukraine mit einer polnischen Staatsbürgerschaft zu locken. So Ukrainer nachweisen können, dass sich unter ihren Vorfahren ein Pole befand, soll ihnen eine permanente Aufenthaltsgenehmigung für einen Zeitraum von 10 Jahren ausgestellt werden können.

Dazu wurden bereits Gesetze angepasst: Seit September 2016 reicht es aus, sich für 12 Monate permanent in Polen aufgehalten zu haben, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten.

Staatsbürgerschaft für junge Ukrainer

Polnische Universitäten beklagen einen Rückgang von Studierenden. Ukrainer wiederum können im Nachbarland eine wesentliche Besserung Ausbildung als in ihrer Heimat erhalten.

Demzufolge ist es nicht verwunderlich, dass ein überproportional großer Anteil von Studienanfängern in Polen aus der Ukraine stammt. Wie Migrant.info berichtet, erhalten Studenten an polnischen Hochschulen eine temporäre Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis sowie freien Zugang zu allen Ländern der Europäischen Union.

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