Polen setzt auf Gas aus Norwegen

Polen setzt auf Gas aus Norwegen

Polen setzt auf Erdgas aus Norwegen und forciert daher die Baltic Pipe.

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Polen setzt auf die Baltic Pipe

Polen will ab 2020 über die Baltic Pipeline bis zu 10 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Norwegen importieren. Damit will sich Polen von russischen Gaslieferungen unabhängig machen und sich zugleich auf das Ende der Lieferungen Gazproms durch die Ukraine vorbereiten.

Durch den voraussichtlichen Wegfall der Ukraine als Transitland könnten die Bedeutung Polens als Umschlagplatz für Gas weiter wachsen.

Polen setzt auf die Baltic Pipe

10 Milliarden Kubikmeter Gas entsprechen rund zwei Drittel des aktuellen Gasbedarfs Polens. Das Land ist bis zum Jahr 2022 vertraglich an russische Gasimporte gebunden. Russland deckt mit etwa 76 Prozent derzeit den größten Teil der polnischen Importe ab.

Im Jahr 2015 belief sich der Gasverbrauch des Landes auf rund 14 Milliarden Kubikmeter. Aus eigenen Quellen (Fracking) konnte Polen 2015 knapp vier Milliarden Erdgas fördern.

14 Milliarden Kubikmeter Gas

Ukraine Nachrichten Gazprom Rügen
Rohre für russische Pipeline auf der Insel Rügen

Die Baltic Pipe wird laut dem Nachrichtenmagazin Polen Heute von der EU unterstützt. Die Kosten für den Bau der Pipeline sollen 1,4 bis 2,3 Milliarden Euro betragen. Seit März 2016 laufen Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudien.

Sollten diese positiv ausfallen, könnte der Bau der geplanten Pipeline im Jahr 2019 beginnen. Polen bezeichnet die Pipeline als direkten Konkurrent zu der deutsch-russischen Nord Stream Pipeline.

Transitland Ukraine umgehen

Die Nord Stream-Pipeline gilt als klares Zeichen an die Ukraine und Polen, dass Russland gewillt ist, beide Länder künftig als Transitstaaten zu umgehen. Bis 2022 soll zudem die neue Nord Stream 2 fertiggestellt sein.

Mit den beiden Ostsee-Pipelines wird Russland in der Lage sein, die Ukraine als Transitland zu umgehen. Gleichzeitig würde aber auch Polen energiepolitisch geschwächt werden. Eine unerfreuliche Vorstellung, aufgrund der Polen nun nach Alternativen sucht.

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