PrivatBank Verstaatlichung in Ukraine

PrivatBank Verstaatlichung in Ukraine

PrivatBank Übernahme in der Ukraine - Daten Fakten und Hintergrundinformationen.

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Die PrivatBank Verstaatlichung in der Ukraine

Die Ukraine musste die größte Bank des Landes Anfang der Woche verstaatlichen. Die „PrivatBank“ war aufgrund fauler Kredite in eine arge Schieflache geraten. Laut dem Präsidenten des Landes, Petro Poroschenko, war die Übernahme der Bank die einzige Möglichkeit, das Finanzsystem der Ukraine vor einem Zusammenbruch zu bewahren.

Immerhin 30 Prozent aller privater Spareinlagen der Ukraine würden von dem Bankhaus verwaltet werden, heisst es in offiziellen Angaben.

PrivatBank Übernahme in der Ukraine

Petro Poroschenko erklärte zudem am Montag, dass die Gelder der Anleger sicher seien und dass der Staat für diese garantieren würde. Als vorläufiges Ergebnis kann am dritten Tag nach der Hauruck-Aktion festgehalten werden, dass die große Panik der Kunden ausblieb.

Gewiss, es bildeten sich Schlangen vor Geldautomaten und kurzeitig sah es wirklich so aus, als würde die Zwangsmaßnahme scheitern – das scheint am heutigen Tag aber Schnee von vorgestern zu sein.

Verstaatlichung mit EU-Unterstützung

Dafür gibt es gute Gründe: Die Ukraine hat in den letzten Jahren laut einer Statistik der Regierung in Kiew immerhin 64 Bankenpleiten erlebt. Das Vertrauen der Kunden in die Banken des Landes in entsprechend gering.

Regierung und Nationalbank jedoch waren offenbar vorbereitet – und bekamen reichlich moralische (und finanzielle?) Unterstützung seitens EBRD, IWF und EU. Alle scheinen sich in dem Punkt einig, dass die Übernahme des Kreditinstitutes lange überfällig war.

Die Modernisierung des Bankensystems

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PrivatBank Automat in der Ukraine

Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, erklärte laut dem ukrainischen Nachrichtenportal UAToday in einer ersten Stellungnahme, dass die Entscheidung notwendig gewesen sei, um die Finanzsektor der Ukraine grundlegend zu modernisieren.

Die Übernahme sei zudem von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung befürwortet worden. Die Regierung der Ukraine hatte also gewichtige Partner an Bord.

Zentralbank gab einen Millionen-Kredit

Das merkt man: Die Verstaatlichung scheint reibungslos abzulaufen. Kunden können an Bankautomaten wieder Geld abheben, Kreditkarten waren nur wenige Stunden gesperrt und auch Geschäftskonten von Unternehmen funktionieren wieder problemlos.

Das Nachrichtenportal DiePresse will den Grund dafür wissen: Die Zentralbank der Ukraine habe unmittelbar nach der Übernahme der PrivatBank rund 547 Millionen Euro in das Bankhaus gepumpt, um derart für die nötige Liquidität zu sorgen.

PrivatBank: 5,3 Milliarden fauler Kredite

Weiterhin heisst es in einer Stellungnahme der ukrainischen Zentralbank von Dienstagabend, dass der entsprechende Kredit zu einem üblichen Zinssatz von 16 Prozent bereitgestellt wurde. Die Zinsen würden Ende des Jahres 2016 fällig.

Zentralbankchefin Valeria Gontarewa bezifferte inzwischen die faulen Kredite in den Büchern der Bank auf umgerechnet 5,3 Milliarden Euro zum 1. Dezember 2016. So gut wie alle Kredite, etwa 97 Prozent, seien an Geschäftspartner der Eigentümer der Bank vergeben worden.

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