Saakaschwili tritt als Gouverneur zurück

Saakaschwili tritt als Gouverneur zurück

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Ukraine Nachrichten Michail Saakaschwili
Saakaschwili erklärt Rücktritt als Gouverneur von Odessa

Der Reformer wirft hin: Michail Saakaschwili hat seinen Rücktritt als Gouverneur von Odessa erklärt. 2015 von Präsident Petro Poroshenko zur Bekämpfung der Korruption ins Amt gehoben, nannte der ehemalige Präsident Georgiens eben diese als Grund für seinen Rücktritt – und machte Poroschenko verantwortlich.

Saakaschwili galt in Georgien als Mann mit Ausdauer und Machtinstinkt. Erstere hat ihn nun verlassen und die Sache mit dem Instinkt wird ihm vermutlich zum Verhängnis geworden sein.

Michail Saakaschwili erklärt seinen Rücktritt

„Ich habe mich entschieden, als Gouverneur von Odessa zurückzutreten“, verkündigte der Politiker vor Journalisten. Als Grund für die Entscheidung gab er Präsident Petro Poroshenko an, der zwei Clans in der Region Odessa unterstützen würde.

Diese Gruppierungen sowie Behörden in Kiew würden Reformen in Odessa nahezu unmöglich machen. Im Gegenteil, es sei offenbar das Ziel, den alten Zustand vor dem EuroMaidan wiederherzustellen. Er habe es satt, immer wieder belogen und getäuscht zu werden.

Hochburg von Korruption und Schmuggel

Entsprechende Vorwürfe sind nicht neu. Dass Odessa eine Hochburg von Korruption und Schmuggel ist, zählt in der Ukraine ebenfalls zum Allgemeinwissen. Der ehemalige Präsident und Korruptionsbekämpfer Michail Saakaschwili war sich bei Amtsantritt allerdings sicher, die Macht der alten Eliten aufbrechen zu können.

Bestätigt sah sich Saakaschwili vergangene Woche, als Minister, Abgeordnete und weitere hohe Beamte auf Forderung von EU und IWF ihre Vermögen offenlegen mussten.

Die Macht der Familien und alten Eliten

Die Resultate sorgten für neue Wut in der Bevölkerung, was Michail Saakaschwili am Ende wohl nicht geholfen haben wird. Odessa gilt als schwieriges Pflaster – und ausgesprochen Russland-freundlich. Die Regierung in Kiew ist daher bemüht, die Kontrolle über die Stadt zu behalten.

Das klappt bisher gut, wofür jedoch der Rückhalt besagter Clans und Eliten benötigt wird. Ob Präsident Poroschenko daher einen Kompromiss mit den alten Mächten geschlossen hat, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Michail Saakaschwili zumindest nahm seinen Hut.

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