Schwarzerde: Das Gold der Ukraine

Schwarzerde: Das Gold der Ukraine

Schwarzerde - das wahre Gold der Ukraine - Daten und Fakten zu Schwarzerden.

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Schwarzerde - Wissen zu dem Gold der Ukraine

Schwarzerde gilt als der fruchtbarste Ackerboden der Welt. Der Agrarboden wird auch Tschernosem genannt, ein Begriff, der aus der russischen Sprache stammt. In Deutschland gibt es nur sehr kleine Gebiete mit Schwarzerdeboden: zum Beispiel in der Magdeburger Börde, der Hildesheimer Börde und im Thüringer Becken.

In diesen Schwarzerdegebieten gibt es die fruchtbarsten deutschen Böden. Weltweit gibt es wesentlich größere Vorkommen von Schwarzerde. Ein großer Teil davon befindet sich in der Ukraine.

Schwarzerde, das wahre Gold der Ukraine

Das osteuropäische Land ist ungefähr zur Hälfte seiner Fläche mit diesen ertragreichen Böden bedeckt. Das bedeutet: Das Schwarzerdegebiet der Ukraine ist ungefähr so groß wie die gesamte Bundesrepublik Deutschland.

Die Schwarzerde ist ein Bodentyp, der sich unter bestimmten Bedingungen auf kalkreichen Lockermaterialien wie Löss bildet. Sie ist der dominante Boden im Steppengürtel der Nordhalbkugel und gehört zu den weltweit fruchtbarsten Standorten. Vorkommen finden sich auch in Mitteleuropa.

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Ukrainische Landwirtschaft mit starken Zahlen – Foto: AFP

Namensgebend ist der mächtige von Humus schwarz gefärbte Oberboden. Der Bodentyp wird in die Klasse T (Schwarzerden) eingeteilt. Seine Abkürzung ist TT. Einige Forscher zweifeln die zurzeit gängige Theorie an, da die C14-Alter von Schwarzerden mit 3000 bis 7000 Jahren vor heute (BP) für eine präneolithische Entstehung (also in der borealen Klimaphase Mitteleuropas) zu jung zu sein scheinen.

Demnach liefert eine Fixierung des Kohlenstoffs unter den Bedingungen der Steppe bei einer Umsatzrate der organischen Substanz von 30 bis 100 Jahren keine Erklärung für das hohe Alter des Kohlenstoffs.

Kohlenstoff färbt Schwarzerden dunkel

Die heutige Bindung der Schwarzerden an die Steppen zeige demnach die Erhaltungs- aber nicht die Bildungsbedingungen. Nach neuerem Kenntnisstand sind Schwarzerden außerdem tiefschwarz, da sie deutliche Anteile (10-40 % der organischen Substanz) an pyrogenem Kohlenstoff enthalten.

Dieser entsteht bei unvollständiger Verbrennung oder Verschwelung und wird auch als black carbon bezeichnet.

Schwarzerde stammt aus der Vorzeit

Für das Neolithikum (Übergang von Jäger- und Sammlerkulturen zu sesshaften Bauern) kann bei kontinuierlicher Besiedlung mit einer Brandwirtschaft (slash and burn) auf den Äckern von bis zu 3600 Jahren ausgegangen werden.

Diese Wirtschaftsweise mit der Bildung und dem Eintrag von black carbon ist jedenfalls durch Untersuchungen an Seesedimenten belegt und kam in der Bronzezeit (Deutschland: ca. 2200 bis 800 v. Chr.) zum erliegen. Des Weiteren sollen die Bodenwühler erst mit dem erhöhten Nahrungsangebot durch den Ackerbau aufgetreten sein.

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Auch Kamelkirschen gedeihen auf Schwarzerde prächtig – Foto: UAN

Die Bioturbation sichtbar in Form von Wühlgängen (Krotowinen), ist zwar ein deutliches Profilmerkmal, bewirke aber nicht die Homogenisierung des Oberbodens. Die Erhaltung der primären Lössschichtung ist u.a. in der Magdeburger und Hildesheimer Börde belegt.

Neben der allgemeinen Bodenentwicklung mit Entkalkung, Verbraunung und Tonverlagerung wäre in den neolithischen Siedlungsgebieten der kontinuierliche Eintrag der Verbrennungsreste hinzugekommen. Diese werden über den gesamten Zeitraum in den Boden verlagert und über die Grabegänge (Krotowinen) eingearbeitet.

Menschlicher Einfluss auf Bodenbildung

Die Einwaschung und Verlagerung der organischen Substanz hätte demnach für die Bildung der Schwarzerde neben der Durchmischung eine hohe Bedeutung. Die enge Bindung der Schwarzerden in Mitteleuropa an neolithische Siedlungsgebiete könnte diese Entstehung unterstreichen. Die Bedeutung des menschlichen Einflusses auf die Schwarzerdebildung in Mitteleuropa wird durch Untersuchungen an den Schwarzerden an der Ostsee (Fehmarn, Großenbrode, Poel, Fünen) unterstrichen.

Die Datierungen scheinen auch hier nach den Besiedlungsphasen zu liegen und sind mit C14-Altern von 1000 bis 2000 Jahren vor heute deutlich jünger als die der Löss-Schwarzerden. Eine Entstehung der mitteleuropäischen Schwarzerden vor dem Neolithikum wäre demnach nicht gesichert.

Daten zur Bildung von Schwarzerden

Die klassische Lehrmeinung kann allerdings zahlreiche Fragestellungen zur Bildung von Schwarzerden hinreichend erklären. Das stärkste Argument findet sich in der Verbreitung des Bodentyps: Schwarzerden kommen in ihrer Reinform nur auf Flächen vor, die alle fünf Bildungsfaktoren aufweisen.

Standorte außerhalb dieser Zone (z.B. in Deutschland) weisen ebenfalls Schwarzerden auf, allerdings stets mit einer Tendenz zur Umwandlung in spätere Entwicklungsstadien. Eine Besiedelung der Flächen durch frühe Ackerbauern trifft zwar auf Mitteleuropa zu, nicht aber auf die Hauptverbreitungsgebiete der Schwarzerden in Zentralasien und Nordamerika.

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Agrarleistung der Ukraine beruht auf Schwarzerden – Foto: GNU

Die enge Bindung von neolithischen Siedlungen mit Schwarzerden lässt sich erklären, da die frühen Bauern mit Sicherheit gute Standorte schlechteren vorzogen. Darüber hinaus sind Brände, als Ursache für pyrogenen Kohlenstoff, in Steppen vollkommen natürliche Phänomene.

Die Schwarzerde ist ein Bodentyp , der sich unter bestimmten Bedingungen auf kalkreichen Lockermaterialien wie Löss bildet. Auf kalkreichen Lockermaterialien kommt es durch die Ansiedlung von Pionierpflanzen zur Bildung eines dünnen humosen Horizonts (Bodentyp Lockersyrosem ).

Erden entstehen auf Lockermaterialien

Sobald dieser über 2 cm mächtig ist, geht der Boden in das nächste Stadium der Bodenentwicklung über, die Pararendzina Aus diesem können sich in Folge verschiedene Bodentypen bilden: Braunerden, Parabraunerden oder Schwarzerden.

Die Einwaschung und Verlagerung der organischen Substanz hätte demnach für die Bildung der Schwarzerde neben der Durchmischung eine hohe Bedeutung. Die Weiterentwicklung der hiesigen Schwarzerden zu Parabraunerden im Holozän folgt im Wesentlichen der Entwicklung des Niederschlags.

Merkmale von lessivierten Schwarzerden

Charakteristisches Merkmal der lessivierten Schwarzerden sind schwarze Toneinlagerungen im Bht-Horizont. Unter den oben genannten Bedingungen zeigen Schwarzerden keine Tendenz, sich in andere Bodentypen umzuwandeln.

Die heute in Mitteleuropa vorkommenden Schwarzerden wären folglich ein Relikt früherer Klimabedingungen. Degradierte Schwarzerden (früher Griserde) gehören zu den Parabraunerden Schwarzerde-Fahlerden sind eher die Ausnahme, können aber auch auftreten.

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Straßenverkauf von Melonen in der Südukraine – Foto: UAN

Die enge Bindung der Schwarzerden in Mitteleuropa an neolithische Siedlungsgebiete könnte diese Entstehung unterstreichen. Auf kalkreichen Lockermaterialien kommt es durch die Ansiedlung von Pionierpflanzen zur Bildung eines dünnen humosen Horizonts (Bodentyp Lockersyrosem ).

Sobald dieser über 2 cm mächtig ist, geht der Boden in das nächste Stadium der Bodenentwicklung über, die Pararendzina Aus diesem können sich in Folge verschiedene Bodentypen bilden: Braunerden , Parabraunerden oder Schwarzerden.

Einwaschung von organischen Substanzen

Die Einwaschung und Verlagerung der organischen Substanz hätte demnach für die Bildung der Schwarzerde neben der Durchmischung eine hohe Bedeutung. Die Weiterentwicklung der hiesigen Schwarzerden zu Parabraunerden im Holozän folgt im Wesentlichen der Entwicklung des Niederschlags.

Charakteristisches Merkmal der lessivierten Schwarzerden sind schwarze Toneinlagerungen im Bht-Horizont. Unter den oben genannten Bedingungen zeigen Schwarzerden keine Tendenz, sich in andere Bodentypen umzuwandeln. Die heute in Mitteleuropa vorkommenden Schwarzerden wären folglich ein Relikt früherer Klimabedingungen.

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