Scooter treten voll ins Fettnäpfchen

Scooter treten voll ins Fettnäpfchen

Scooter wollen auf der Krim auftreten - zurzeit keine wirklich gute Idee.

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Scooter Auftritt sorgt für Aufregung

Scooter wollen ihren Fans einheizen. Auf der von Russland besetzten ukrainischen Halbinsel Krim. Das missfällt vielen. Die aktuelle Sommer-Tour von Scooter läuft an. Wie immer sind Auftritte in deutschen Städten geplant, es wird aber auch Festivals im Ausland wie Finnland, Schweden, Polen, Estland und den Niederlanden geben. Und ein Festival auf der besagten Schwarzmeer-Halbinsel.

Das sogenannte ZB Festival soll am ersten Wochenende im August in der Hafenstadt Balaklava stattfinden. Die befindet sich an einem südlichen Zipfel der Krim. Dort gibt es einen tollen U-Boot-Bunker aus UDSSR-Zeiten, zahme Delfine, teure Schiffe – und bald halt auch Musiker aus Deutschland.

Scooter Auftritt auf der Halbinsel Krim

Aufgrund der Annexion der Krim und dem Krieg in der Ostukraine hat die Europäische Union Sanktionen gegen Russland verhängt. Am gestrigen Montag wurden zudem die Strafmaßnahmen gegen die Krim erneuert. Kein guter Zeitpunkt für ein Festival unter deutscher Beteiligung.

Der Aufschrei in den Medien ist entsprechend groß und auch die Europaabgeordnete Rebecca Harms meint zu dem Thema etwas beitragen zu müssen: „Putin läßt Künstler&Demokraten von Krim in sibirische Lager stecken & Tataren vertreiben.Scooter soll dieVerbrechen übertünchen.“ So schreibt Harms auf Twitter, und kümmert sich dabei recht wenig um Wahrheitsgehalt und deutsche Rechtschreibung.

Affront gegen die ukrainische Regierung

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Scooter-Gastspiel auf der Krim? – Foto: Scooter

Der geplante Auftritt kann als Affront gegen die ukrainische Regierung verstanden werden. Die hat strenge Regeln für die Einreise in die Krim erlassen. Reisende benötigen eine spezielle Genehmigung und dürfen nur auf dem direkten Landweg einreisen.

So sieht es das Gesetz des Landes vor, und wer sich daran nicht hält, muss zumindest mit einem Einreiseverbot in die Ukraine rechnen. Irgendwie nachvollziehbar. Die russische ESC-Kandidatin Yulia Samoilova hatte sich im Jahr 2015 bei einem Auftritt auf der Krim nicht daran gehalten und durfte daher nicht am dem Eurovision Song Contest teilnehmen.

Scooter macht in Stellungnahme auf naiv

Scooter gibt sich in einer Stellungnahme naiv: Wir fahren nicht auf die Krim, um dort Politik zu machen, sondern weil wir dort unsere Fanbase haben. Der wollen wir etwas bieten.“ Es bleibt nun abzuwarten, ob sich die Musiker dem Druck beugen werden.

Eine wenig erfreuliche Situation, in die sich die Jungs da gebracht haben. Vermutlich wäre es für alle Beteiligten besser, von dem Aufritt abzusehen – und sei es aufgrund von Respekt gegenüber der Ukraine. In dem Land hat die deutsche Band ebenfalls viele Fans. Die würden sich bestimmt freuen, wenn Scooter stattdessen nach Kiew kommen würden.

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