Siemens drosselt Russland-Geschäft

Siemens drosselt Russland-Geschäft

Siemens reduziert aufgrund Verstoß gegen Sanktionen Zusammenarbeit mit Russland.

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Siemens zieht Konsequenzen

Siemens reduziert Zusammenarbeit mit Russland. Nachdem Turbinen des deutschen Herstellers auf die durch Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim gelangt sind, fährt der Konzern seine Aktivitäten mit russischen Partnern zurück. So wird die Lieferung von Kraftwerksausrüstung an staatlich kontrollierte Unternehmen in Russland „bis auf Weiteres“ ausgesetzt.

Um Verstöße gegen die gegen Russland verhängten Sanktionen künftig schneller ahnden zu können, sollen zudem weitere Kontrollmechanismen eingeführt werden.

Siemens reduziert Geschäft mit Russland

Zudem will sich der deutsche Konzern von seiner Beteiligung an dem russischen Unternehmen Interautomatika trennen. Die Firma bietet Kontrollsysteme in Kraftwerken an. Siemens teilte zudem mit, dass inzwischen belastbare Informationen vorliegen würden, nach denen nicht nur zwei, sondern vier Turbinen umgebaut und rechtswidrig auf die Krim gebracht wurden.

Eigentlich hatte Siemens diese Turbinen für Kraftwerke im südrussischen Tamina geliefert. Dieses sei allerdings nie gebaut wurden, erklärte Siemens laut der Tagesschau.

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Neubau eines russischen Kraftwerks bei Simferopol, Krim – Foto: APP

„Siemens hatte alle in seiner Macht stehenden Maßnahmen ergriffen, dies zu verhindern. Dieses Vorgehen stellt einen eklatanten Bruch der Lieferverträge, des Vertrauens und der EU-Regularien dar.“ Das deutsche Unternehmen will an einer Strafanzeige gegen die Verantwortlichen und an einer Klage zur Einhaltung der Verträge festhalten.

Von den Maßnahmen betroffen sind der russische Abnehmer Technopromexport (TPE) und das Siemens-Gemeinschaftsunternehmen Siemens Gas Turbines Technologies LCC.

„Russland habe sich korrekt verhalten“

Die Verantwortlichen in Russland haben eine andere Sichtweise auf die Dinge: TPE, der Generalunternehmer für zwei Kraftwerke auf der Krim, erklärte, man habe die Turbinen auf dem Zweitmarkt gekauft. Sie seien anschließend von russischen Spezialisten modifiziert worden.

Moskau steht auf dem Standpunkt, dass es sich um Turbinen aus russischer Produktion handele, die daher nicht den Sanktionen unterlägen. „Die Turbinen haben ein russisches Zertifikat“, erklärte Industrieminister Denis Manturow. Russland habe sich daher korrekt verhalten.

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