Taras Kutovyi erklärt seinen Rücktritt

Taras Kutovyi erklärt seinen Rücktritt

Landwirtschaftsminister der Ukraine Taras Kutovyi wirft das Handtuch.

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Taras Kutovyi warf das Handtuch

Der Landwirtschaftsminister der Ukraine, Taras Kutovyi, hat am gestrigen Mittwoch seinen Rücktritt von der politischen Bühne erklärt. Damit verliert die Regierung in Kiew einen der klügsten Köpfe des Landes. Kutovyi wartet nun nach einigen Angaben auf die Bestätigung des Parlaments.

„Die Entscheidung eines Ministers seinen Rücktritt zu erklären, ist etwas ganz normales in einem europäischen Land und überall auf der Welt“, schrieb Taras Kutovyi gestern auf Facebook und ergänzte seine Erklärung mit Danksagungen an Präsident Petro Poroschenko und dessen Fraktion im Parlament sowie an Premierminister Volodymyr Groysman und Vitaly Klitschko.

Fünf Jahre in der Politik seien genug und er wolle nun in der Wirtschaft tätig werden, um ausländische Investoren in das osteuropäische Land zu holen, führte der Minister abschließend aus.

Taras Kutovyi reicht seinen Rücktritt ein

Taras Kutovyi wurde laut UNIAN bereits im Jahr 2007 zu dem besten Finanzfachmann der Ukraine gekürt und wurde auch im Folgejahr zu den zehn besten Spezialisten des Landes gezählt. Laut dem Agrarministerium wurde dank einer Initiative von Kutovyi im laufenden Jahr rund 10 Millionen Euro Subventionen an Landwirte in dem osteuropäischen Land ausbezahlt.

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Ukrainische Landwirtschaft mit starken Zahlen – Foto: APP

Bis Jahresende sollen es umgerechnet 180 Millionen Euro werden. Zu den weiteren Verdiensten des Ministers werden die Anhebung der EU-Exportquoten und die rasche Gesundung der Landwirtschaft in dem Land gezählt.

Zusammenhang mit geplanter Bodenreform?

Das ukrainische Nachrichtenportal KyivPost will wissen, dass Experten die Meinung vertreten, dass Kutovyis Rücktritt in Zusammenhang mit der von IWF und Weltbank geforderten Bodenreform in der Ukraine stehen könnte. Wirklich stichhaltig ist die Argumentation aber nicht.

Das osteuropäische Land muss vermutlich noch in diesem Jahr eine Landreform auf den Weg bringen, die als Konsequenz zu einem Ausverkauf der Schwarzerdeböden an Investoren aus dem Ausland führen könnte. Für die Regierung von Volodymyr Groysman ist das Thema eine Überlebensfrage: Bekommt der Premierminister das Gesetz nicht durch das Parlament, steht wohl ein Rücktritt an.

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