Tschernobyl bietet strahlende Erlebnisse

Tschernobyl bietet strahlende Erlebnisse

Tschernobyl Hostel Hotel bietet Übernachtung bei Katastrophenreaktor.

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Tschernobyl Hostel empfängt erste Gäste

Einige mögen es ja bizarr: Die Ukraine hat im Katastrophengebiet von Tschernobyl ein Hostel der ganz besonderen Art eröffnet. Touristen können hautnah das strahlende Erbe der selbstverschuldeten Atomkatastrophe erleben. Aus nächster Nähe.

Hostelverwalterin Swetlana Grischtschenko erklärt, dass bereits erste Gäste aus den USA, Dänemark und Neuseeland einen Platz in den Ein- bis Dreibettzimmern gebucht hätten. „Zurzeit haben wir Platz für 50 Gäste, aber wir planen eine Erweiterung auf 102“, erklärte die Hotelchefin.

Tschernobyl Hostel empfängt erste Besucher

Knapp sieben Euro pro Tag kostet das unheimliche Vergnügen an dem Ort verweilen zu können, an dem sich die bislang größte Atomkatastrophe der Menschheitsgeschichte ereignet hat. Dusche, Fernseher und Internet sind inklusive. Eine Kantine sowie ein Kiosk bieten in der verlassenen Stadt Verpflegung.

So ganz einfach ist der Besuch des havarierten Atomkraftwerks aber nicht: Touristen müssen sich an die Verwaltung der Sperrzone wenn, um die 30-Kilometer-Gefahrengebiet betreten zu dürfen. Eine entsprechende Erlaubnis wird aber bereitwillig ausgestellt.

Fernsehen Internet und gratis Strahlungdosis

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Die Stahlhülle von Tschernobyl – Foto: KyivPost

Wer auf die garantiert ungesunde Übernachtung verzichten kann, dem bietet die Ukraine eine Alternative. Es gibt ein offizielles Programm für einen eintätigen Besuch der Gefahrenzone. Das lautet ungefähr so: Um 8 Uhr morgens geht es in der Hauptstadt Kiew los.

Gegen 10.30 Uhr erfolgt die Ankunft an dem Kontrollpunkt der Sperrzone. Dort erfolgt eine Einweisung und dann kann der Spaß losgehen: Sightseeing in Tschernobyl-Stadt inklusive aller Denkmäler, Aussichtplattformen und natürlich einer ausführlichen Stadtbesichtigung.

Katastrophe forderte über 10.000 Opfer

Eine Geisterstadt, wie es sie weltweit keine Zweite gibt. Leerstehende Wohnanlagen, verwaiste Spielplätze und permanent das Gefühl, dass sich etwas unsagbar Schlimmes an diesem Ort ereignet hat.

Die genauer Opferzahlen der durch einen fehlgeschlagenen Test der Sicherheitsvorkehrungen der Atomanlage ausgelösten Katastrophe sind nicht bekannt. Schätzungen besagen, dass sie inklusive Spätfolgen aber sicherlich in die Zehntausende gehen. Die Redaktion wünscht ein geschmackloses Sightseeing.

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