Ukraine verstaatlicht ihre größte Bank

Ukraine verstaatlicht ihre größte Bank

Die Ukraine verstaatlicht die größte Bank. Insolvenzgefahr aufgrund fauler Kredite.

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Ukraine Nachrichten PrivatBank
Ukraine verstaatlicht größtes Bankhaus

Die Ukraine verstaatlicht die größte Bank des Landes. Wie die Regierung in Kiew mitteilte, ist die „PrivatBank“ aufgrund fauler Kredite in Schieflage geraten. Der bisherige Eigentümer steht zudem unter Korruptionsverdacht, berichtet die Tagesschau.

Das Bankhaus verwaltet je nach Quelle 30 bis 50 Prozent aller privaten Spareinlage der Ukraine. Mit der Verstaatlichung soll das Fortbestehen des Unternehmens gesichert und die Einlagen der Kunden garantiert werden.

Ukraine verstaatlicht größte Bank

Die ukrainische Regierung erklärte in einer Meldung am gestrigen Abend, dass ein Zusammenbruch der „PrivatBank“ unabsehbare Folgen für das Land haben würde. Die Entscheidung wäre in Übereinstimmung mit den Vorgaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) vorgenommen worden.

Diese verlangen eine Sanierung des ukrainischen Bankensektors. Bisheriger Besitzer des Kreditinstituts war der Milliardär Igor Kolomoiskij, der unter Korruptionsverdacht steht.

Die Sanierung des Bankensektors

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Igor Kolomoiskij steht unter Korruptionsverdacht

Die Zentralbank der Ukraine hatte den Unternehmer aufgefordert, die finanziell angeschlagene Bank mit mehreren Milliarden US-Dollar zu rekapitalisieren. Dieser Forderung sei der Oligarch nicht nachgekommen.

Ukrainische Medien wie die KyivPost wollen wissen, dass faule Insider-Kredite die Bank in eine Schieflage gebracht haben. Derartige Geschäfte sind in die Ukraine nicht ungewöhnlich, wie Ukraine-Nachrichten.com bereits in einem Artikel berichtete.

Schieflage durch Insider-Kredite

Demnach soll das Bankhaus hohe Kredite an Unternehmen vergeben haben, die ebenfalls von Igor Kolomoiskij kontrolliert werden. Eine Rückzahlung soll zudem nicht vorgesehen gewesen sein. Die Aktienkurse der Bank brachen nach Bekanntwerden der Vorwürfe bereits im November des Jahres um mehr als 50 Prozent ein.

Die Bank selbst spricht von Panikmache: Man habe selbst der Verstaatlichung zugestimmt, nachdem sich herausstellte, dass „diese Medienattacken unsere Kunden gefährden könnten“, hieß es in einer Stellungnahme.

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