VKontakte und Mail.ru verlassen Ukraine

VKontakte und Mail.ru verlassen Ukraine

VKontakte und Mail.ru schließen Büros in Kiew und verlassen die Ukraine.

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VKontakte verlässt die Ukraine

Das russische Netzwerk VKontakte schließt sein Büro in Kiew und verlässt die Ukraine. Der Freemail-Anbieter Mail.ru plant selbiges. Die Entscheidung ist die Reaktion auf die von Präsident Petro Poroschenko verhängte Blockade gegen soziale Netzwerke und Softwareprodukte aus Russland.

Auf Erlass des Präsidenten der Ukraine, Petro Poroschenko, werden seit Mitte Mai 2017 eine Vielzahl von sozialen Netzwerken, Mail-Anbietern und Softwarelösungen aus Russland in der Ukraine blockiert. Das Verbot beruft sich auf das Dekret 133/2017 vom 15. Mai 2017, mit dem der ukrainische Präsident die entsprechende Gesetzesgrundlage geschaffen hatte.

Von der Ausweitung der Sanktionen sind 1.228 Personen und 468 Unternehmen betroffen, darunter Branchengrößen wie VKontakte, Odnoklassniki, Yandex, Mail.ru und Kaspersky Lab.

Sanktionen gegen soziale Netzwerke

Allein die Netzwerke sowie der Freemail-Anbieter sollen zusammen etwa 23 Millionen Nutzer in der Ukraine haben. Die Entscheidung führte bei der Bevölkerung zu geteilten Reaktionen: Vielen meinten, dass der „Feind“ natürlich unter allen Umständen bekämpft werden müsse und dass zudem die Gefahr bestände, dass die Dienste Nutzerdaten nach Russland weitergeben.

Andere wiederum waren der Auffassung, dass der Präsident ein klein wenig über das Ziel hinausgeschossen hätte. An der Entscheidung hat das nichts geändert, zumal NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg diese positiv einschätzte.

VKontakte und Mail.ru machen dicht

Die russischen Unternehmen reagieren nun mit der Aufgabe ihres Geschäftsbetriebs in der Ukraine. Von Sanktionen betroffene Banken Russlands hatten dies vor einigen Monaten vorgemacht, die Dienstanbieter ziehen jetzt nach. Wie das ukrainische Nachrichtenportal UNIAN meldet, macht VKontakte sein Büro in Kiew zu.

Ein Teil der Mitarbeiter könne weiterhin für das Unternehmen tätig sein und werde in Moskau beschäftigt werden. Der Freimail-Anbieter Mail.ru hat am gestrigen Donnerstag eine vergleichbare Meldung veröffentlicht. Ukrainern bleibt somit eigentlich nur Facebook, um mit Freunden auf der ganzen Welt Kontakt halten zu können.

1 KOMMENTAR

  1. Zuden Inhalten von auf russisch oder von russichen Mitbürgern verfassten Informationen in russischen Netzwerken kann ich mich nicht äußer, weil ich diese Sprache nicht spreche. Aber ich weiß, dass viele Menschen in der Ukraine nach wie vor russisch besser beherrschen als ukrainisch. Seit 1992 kommen jährlich krebskranke Kinder nach ihrer Behandlung in ukrainsichen Kliniken, aus Lwiw, Kiev, Tscherkassy und Poltawa zur Rehabilitation zu uns nach Neumünster – bisher waren es ca. 660 Kinder. Und die einen verstehen besser ukrainisch und die anderen besser russisch. Einige haben einen russischen und einen ukrainischen Elternteil oder Großeltern – dies trifft auch auf die begleitenden Ärzte oder Krtankenschwestern oder pädagische Betreuer zu. Deutsch-Dänische Kriege hat es auch gegeben – aber in Norddeutschland gibt es Dänische Schulenund in Dänemark Deutsche Schulen, in der Schweiz spricht man drei Sprachen ebenfalls in Luxemburg. Mit soviel Borniertheit will Poroschenko sein Land zur EU annähern? Wer kann ihm die Augen öffnen für mehr Offenheit und ein friedliches Multi-Kulti-Miteinander ?
    Ihre Eberhardine Seelig
    seit 2006 Präsidentin der ukrainischen Hilfsorganisation „DAVID DOPOMOGA DITEM UKRAINE CHORIM NA RAK“ und der
    Deutschen Hilfsorganisation „DAVID – Unsere Hilfe zum Leben nach Tschernobyl e.V.“

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