Empfehlung: Werkzeug aus der Ukraine

Empfehlung: Werkzeug aus der Ukraine

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Ukraine Nachrichten Werkzeug Hammer
Werkzeug aus der Ukraine ist richtig gut

Werkzeug aus der Ukraine ist richtig gut. Allerdings nur die alten „Schätzchen“ – und die wollen erstmal gefunden werden. Eine Geschichte von Herausgeber Boris Raczynski. Es soll ja Menschen geben, bei diesen wird es sich vermutlich überwiegend um männliche Zeitgenossen handeln, die bei gutem Werkzeug strahlende Augen bekommen.

Ob Hammer, Axt oder Schaufel – gute Qualität ist schwer zu finden und geht enorm ins Geld. Welcher Profi kennt zum Beispiel die grandiosen Äxte von Gränsfors Bruk nicht? Herrliche Gegenstände, und ziemlich teuer. Es geht auch günstiger, zum Beispiel in der Ukraine.

Werkzeug aus der Ukraine als Empfehlung

Zu Zeiten der Sowjetunion wurde guter Stahl produziert – das ist bekannt. Dabei ging mal effizient vor: In den Stahlschmieden wurden nur wenige Stahlsorten produziert, und alles, was weder für Rüstung, Schiffbau oder Industrie gebraucht wurde, kam in die Werkzeugindustrie.

Wenige Sorten bedeutet dabei nicht schlechte Qualität – ganz im Gegenteil: Stahl aus Zeiten der Sowjetunion zählt zu den weltweit besten Stählen. Besagte Sowjetunion gibt es seit zwei Jahrzehnten nicht mehr, also woher den guten Stahl bekommen? In der Ukraine ist diese Frage leicht zu beantworten.

Werkzeug aus sowjetischem Panzerstahl

Dazu muss man wissen, dass sich eine Vielzahl der Rüstungsunternehmen und Stahlkocher der Sowjetunion auf dem Territorium der heutigen Ukraine befanden. Das dort produzierte Werkzeug wurde also auch hier im Land verwendet.

Besucht mal Flohmärkte oder Werkzeug- und Gartenhändler, so fallen einem ziemlich schnell Äxte und Hämmer ins Auge. Schlecht sehen sie auf den ersten Blick aber aus. Die Griffe aus Holz haben immerhin mindestens 25 Jahre auf dem Buckel, und das Metall ist zumeist mit einem zähen schwarzen Rostschutz versehen. Schön sind sie nicht, aber gut.

Flohmärkte und Händler auf dem Land

In Odessa gibt es in der Moldawanka einen entsprechenden Trödelmarkt. Besagte Händler findet man kaum in der Stadt, dazu muss man Odessa verlassen und mit dem Auto zu entsprechenden Märkten fahren. Die Preise sind nahezu identisch: Ein Hammer kostet umgerechnet etwa zwei Euro, eine Axt kann durchaus neun Euro kosten.

Nicht viel Geld für einen Deutschen, für Ukrainer derzeit schon. Bearbeitet man die guten Stücke dann mit Liebe, Geschick und Drahtbürste hält man nach wenigen Stunden ein Werkzeug in der Hand, das garantiert ein Leben lang hält. Irgendwie ein schönes Gefühl.

Axt aus sowjetischen Kanonenrohren

Es gibt dabei auch Highlights für echte Liebhaber: Äxte aus weißem Stahl. Nun, so richtig weiß ist er nicht, dafür gleicht er aber nach Schleifen und Polieren einem extrem hellen Chromstahl. Dieser Stahl ist ein Thema für sich.

In besagten Fabriken in der heutigen Ostukraine produzierte die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg die bekannten T-34 Kampfpanzer. Diese waren mit einer Bordaxt ausgestattet. Hergestellt aus dem Stahl, der sonst für die Kanonenrohre besagter Fahrzeuge verwendet wurde. Was zu viel produziert wurde, fand als Axt Verwendung. Äxte dieser Art sind schwer zu finden.

Werkzeug mit lebenslanger Haltbarkeit

Zudem wurden die Äxte bei der Produktion als Rostschutz mit Aluminium bedampft und anschießend mit grauer Farbe eingepinselt. Das ganze Zeug wieder abzubekommen, ist eine wenig schöne Arbeit. Aber es lohnt sich. Das Metall hat eine einzigartige Geschichte und ist überaus hochwertig.

Und arbeitet man dann mit der Axt im Garten oder fällt einen Baum, hat man das gute Gefühl, dass dieses Werkzeug endlich mal etwas vernünftiges und friedfertiges tut. Sollten Leser Interesse an weiteren Information zu diesem Thema haben, können dazu gerne die Kommentare unter dem Artikel verwendet werden.

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