Wintershall gibt sich unbeeindruckt

Wintershall gibt sich unbeeindruckt

Gute Freunde muss man haben - Wintershall hält Gazprom die Stange.

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Wintershall stellt sich vor Gazprom

Der größte deutsche Öl- und Gasförderer hält an den Plänen zum Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 fest. Wintershall-Chef Mario Mehren erklärte trotz drohender Sanktionen aus Amerika: „Europa bestimmt seine Energiepolitik selbst.“

Wintershall gibt sich damit ob der sich anbahnenden Strafmaßnahmen aus den USA völlig unbeeindruckt. Das Unternehmen will laut eigenen Aussagen an seiner Kooperation mit dem russischen Gasriesen Gazprom festhalten, und auch die umstrittene Ostsee-Pipeline vorantreiben.

„Europa bestimmt Energiepolitik selbst“

„Auch in politisch nicht einfachen Zeiten bekennen wir uns klar zur russisch-deutschen Wirtschaftspartnerschaft“, sagte Mehren auf Nachfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. US-Präsident Donald Trump hatte erst am vergangenen Mittwoch das von Senat und Repräsentantenhaus mit großer Mehrheit beschlossene Sanktionsgesetz unterschrieben.

Die BASF-Tochter Wintershall arbeitet seit Jahren mit Russland zusammen. Das deutsche Unternehmen bezieht aktuell rund die Hälfte seines Gases aus russischen Quellen. Vor 18 Monaten machen die beiden Anbieter durch einen Vermögensaustausch im Wert von 10 Milliarden Euro von sich reden.

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Nord Stream 2 Pipeline – Foto: Gazprom

Das russische Energieunternehmen erhielt alle Anteile an der deutschen Gashandelsgesellschaft Wingas und damit Zugang auf rechnerisch jeden fünften Gaskunden in Deutschland. BASF erhielt im Gegenzug weitere Förderrechte in Sibirien.

In dem unlängst beschlossenen US-Gesetz zur Verschärfung der Sanktionen gegen Russland, das von EU-Kommission und Bundesregierung heftig kritisiert wird, ist die geplante Nord Stream 2 laut der FAZ sogar eigens erwähnt. Es sei Politik der Vereinigten Staaten, diese Pipeline abzulehnen, heißt es darin. Auch wird darauf hingewiesen, dass für die USA der Export seiner eigenen Energieressourcen Priorität haben sollte.

„Darauf kann Gazprom jederzeit bauen“

Daran stößt sich Wintershall-Chef Mehren, was Russland freuen wird. Nach seinen Worten dürfen Sanktionen niemals für eigene Wirtschaftsinteressen missbraucht werden, „wie etwa für die Durchsetzung von mehr US-amerikanischem Flüssiggas auf dem europäischen Markt“. Ein solche Vorgehen würde dem freien Wettbewerb widersprechen.

Gazprom und Wintershall seien und blieben Partner. „Darauf kann Gazprom jederzeit bauen.“ Derzeit ist unklar, ob und wie US-Präsident Donald Trump die angekündigten Strafmaßnahmen tatsächlich umsetzen will und welche Auswirkungen diese auf internationale Unternehmen haben werden, die mit Russland Geschäfte machen.

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