Wirtschaftskrieg im Donbass tobt weiter

Wirtschaftskrieg im Donbass tobt weiter

Der Blackout von Luhansk - auf lange Sicht durchaus ein Sieg für die Ukraine.

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Kiew stellt Luhansk den Strom ab

Das von prorussischen Separatisten besetzte Rebellengebiet Luhansk kommt nicht zur Ruhe. Die Ukraine kappt aufgrund unbezahlter Rechnungen die Stromversorgung. Stattdessen liefert Russland den Aufständischen Energie. Ein Ende des Blutvergießens ist nicht in Sicht.

Der Wahnsinn im Donbass geht in die nächste Runde. Die Regierung der Ukraine hat der „Volksrepublik“ Luhansk in der Nacht zum Dienstag den Strom abgeschaltet. Dort gab man sich unbeeindruckt und will nach eigenen Angaben die Versorgung binnen zehn Minuten wiederhergestellt haben.

„Die ganze Republik funktioniert normal“, versicherte der Leiter des Katastrophenschutzes Luhansk, Sergej Iwanuschkin. Der ukrainische Nachrichtenkanal 112.ua wusste hingegen zu berichten, dass es im Luhansker Gebiet zwar Strom gebe, die Spannung aber sehr gering sei.

Wirtschaftskrieg im Donbass tobt weiter

Russland sprang umgehend in die Bresche. Der russische Chefparlamentär der Ukraine-Kontaktgruppe, Boris Gryslow, erklärte, Moskau werde aus humanitären Gründen die Energieversorgung in dem Gebiet übernehmen.

Moskau erachtet die ukrainische Stromblockade als politisch motiviert und wirft Kiew vor, alles zu tun, um Wirtschaft und Bevölkerung in den Rebellengebieten zu schädigen. „Dieser Schritt widerspricht dem Geist der Minsker Vereinbarungen“, monierte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag. In Kiew sieht man das etwas anders.

Russland übernimmt Stromversorgung

Der ukrainische Energieminister Igor Nasalik erklärte die Maßnahme mit wirtschaftlichen Beweggründen: Die Rebellen würden der Ukraine inzwischen über 57 Millionen Euro für Strom schulden.

Zudem seien seit der Verstaatlichung aller ukrainischen Industriebetriebe in dem Gebiet überhaupt keine Zahlungen mehr eingegangen. „Sobald die Schulden bezahlt sind, liefern wir wieder Strom“, sagte Nasalik. Eine Eskalation des Konflikts, die ihre Ursachen in der Blockade des Güterverkehrs in die Rebellengebiete hat.

Luhansker Blackout als Sieg für Kiew

Kiew versichert offiziell weiterhin, dass man die Separatistenrepubliken im Rahmen des Minsker Abkommens wieder eingliedern wolle. Doch selbst patriotisch gesinnte Beobachter vertreten inzwischen die Auffassung, dass es vielleicht besser wäre, die Gebiete Russland zuzuschieben. Das Problem an der Sache: Moskau scheint sie überhaupt nicht zu wollen.

Der Kreml will sie der Ukraine anhängen, um derart auf lange Sicht die gesamte ukrainische Politik unter Kontrolle zu bekommen. Somit kann der Luhansker Blackout als Erfolg für Kiew angesehen werden: „Er verringert die ukrainischen Kosten und erhöht sie für Russland“, meint der Kiewer Politologe Wadim Karasjew.

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